Jahrestagung 2018

Tradition trifft Neues

Jahrestagung 1.–3. November 2018 in Halle/Saale

Hallenser – das sind Menschen mit so unendlich viel Charme, den sie aber gut verstehen zu verbergen.
Hans-Dietrich Genscher

Wenn ich jemandem eine Stunde meines Lebens widme, gebe ich ihm ein großes Geschenk, denn eine Stunde meines Lebens ist mir wertvoller als viel Geld und Gut.
August Hermann Francke

Liebe Frau Kollegin, lieber Herr Kollege,

die Einladung zum diesjährigen traditionellen Arbeitstreffen soll Sie in die größte Stadt des Bundeslandes Sachsen-Anhalt locken. Es gibt viele Gründe, der Stadt Halle einen Besuch abzustatten, oftmals steht Halle aber etwas im Schatten der Leipziger Metropole in der östlichen Nachbarschaft.

Halle hat einen besonderen Charme, den Sie vielleicht mit unserer Hilfe bei dieser Tagung entdecken können. Wir wollen dies einerseits dadurch ermöglichen, dass wir mit den Franckeschen Stiftungen eine historische Stätte als Tagungsort gewählt haben, der wir Impulse verdanken, die auch für unser Fachgebiet heute Gültigkeit besitzen. Hier befindet sich das 1700 durch den Theologen und Pädagogen August Hermann Francke gegründete Waisenhaus, dazu in dem umfangreichen Gebäudekomplex aber auch das größte um 1700 errichtete Fachwerkwohnhaus Europas. Wir haben die schöne Gelegenheit, uns während dieser Tagung mit den besonderen geschichtlichen Wurzeln der Tagungsstätte zu beschäftigen, Herr Prof. H. Zaunstöck wird als Historiker mit Vortrag und Führungen zur Auseinandersetzung einladen.

Händel

Allerdings löst Halle auch andere historische Assoziationen aus, als Händelstadt lädt sie alljährlich zu Musikfestspielen ein, wir werden in der Stadt an verschiedenen Stellen über diese historischen Ecksteine stolpern.

Aber auch aus unserer fachlichen Perspektive ist die Region historisch interessant. Hier wurden in jüngster Geschichte Impulse gesetzt, denen wir während unserer diesjährigen Tagung einen Raum geben wollen. Vor allem Halle und das Territorium, das heute zu Sachsen Anhalt zählt, galt in der DDR-Zeit als „Hochburg“ der tiefenpsychologisch-analytischen Psychotherapie. Auch heute finden sich hier im Vergleich zu anderen ostdeutschen Bundesländern viele analytisch-tiefenpsychologische Kolleginnen und Kollegen. So wollen wir in diesem Jahr dieser psychotherapeutischen Richtung gerade in den Workshops einen größeren Raum geben, ohne aktuelle wissenschaftliche Forschungsthemen zu vernachlässigen. In der Tradition unseres integrativen Verständnisses von Verhaltenstherapie soll die katathym -imaginative Therapie aus der Sicht ihres Begründers auf dem Territorium der DDR gewürdigt werden. Und wir werden auch neue Forschungsergebnisse aus dem Feld der Neurowissenschaften in ihrer Bedeutung für die Psychopathologie und Psychotherapie betrachten. Wir denken, dass mit dem breit gefächerten Programm wieder für jeden Geschmack und Bedarf etwas Anregendes zu finden sein dürfte.

Der berufspolitische Abend wird in diesem Jahr von einer Mitarbeiterin des Bundesverbandes der AOK gestaltet. Unser Wunsch war, wieder einmal die „Kassenseite“ mit ihren Ideen an einem solchen Abend zu Wort kommen zu lassen. Frau Schliemann leitet das Referat Verträge in der Abteilung Ambulante Versorgung des AOK-Bundesverbandes und vertritt die Interessen der AOK in den einschlägigen Gremien der Selbstverwaltung, wenn es um die vertragliche Gestaltung der Psychotherapie geht– somit steht sie mitten in einem Spannungsfeld, das uns außerordentlich betrifft. Hier die Denkstrukturen besser zu kennen und mit jemandem zu reden, der sich dem Gespräch auch stellen will, ist für uns alle von großer Bedeutung.

Die Burg Giebichenstein

Wie immer soll auch ein ansprechender Rahmen für die gemeinsame Begegnung und den Austausch zur Verfügung stehen. Wir wollen uns bei den diversen Führungen von Historischem in Verbindung mit aktueller Architektur und neuer Ausgestaltung inspirieren lassen. Da sonst immer G.F.Händel ein „Muss“ in Halle ist, wollten wir einen derartigen Musikalischen Schwerpunkt bei dieser Tagung nicht setzen – da verweisen wir auf Einladungen der Stadt zu den jährlichen Festspielen. Bei unserem Gesellschaftsabend wird auch wieder eine Band spielen, die durch die Mitwirkung von Kollegen geprägt ist. – Wir sind gespannt!

Wir wollen noch einmal betonen, dass die Besonderheit dieser sehr individuell gefärbten Jahrestagung nur durch das persönliche Engagement vieler Kolleginnen und Kollegen möglich wird. Der größte Lohn ist eine rege Beteiligung – in Halle selbst freuen wir uns wie in den letzten Jahren auf eine positive Resonanz, die dieses Projekt am Leben erhält. Vielen Dank den treuen Besuchern und Unterstützern der Jahrestagung.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen,

Ihre

Johannes Grünbaum
Vorstand VIVT

Dr. Dietmar Schröder
Geschäftsführung IVT

Manuela Ruppert
Tagungsorganisation

 

Druckversion als PDF, inklusive Tagungsprogramm.