Einladung zur traditionellen Arbeitstagung des VIVT in Kooperation mit dem IVT 2019

Es gibt nur ein Mittel, sich wohl zu fühlen: Man muß lernen, mit dem Gegebenen zufrieden zu sein und nicht immer das verlangen, was gerade fehlt. Theodor Fontane  (1819 – 1898)

dt. Schriftsteller, Journalist, Erzähler und Theaterkritiker(Quelle:https://www.aphorismen.de/autoren/person/1288/Theodor+Fontane)

Wenn gute Zitate schon das Leben verändern, bräuchten wir in Brandenburg keine Psychotherapie!?

Liebe Frau Kollegin, lieber Herr Kollege,

es ist im Jahr des 200. Geburtstages von Theodor Fontane kein Problem, ein gutes Zitat für unsere traditionelle Arbeitstagung zu finden. Auch „der alte Fritz“ könnte mit mancher Weisheit herhalten. Das Land Brandenburg ist reich an besonderen Persönlichkeiten, die früher und heute Kluges von sich gegeben haben. 

Wir wollen Sie einladen, diesen und vielen weiteren Fragen der Psychotherapie zu folgen, gleichzeitig dem Alltag in Klinik oder Praxis zu entfliehen und vielleicht auch die eine oder andere Entdeckung in der Stadt Brandenburg zu machen. Wir rotieren mit unserem jährlichen Arbeitstreffen durch die östlichen Bundesländer – und in diesem Jahr ist das Land Brandenburg wieder an der Reihe. Eigentlich wollten wir der Stadt Cottbus einen Besuch abstatten, konnten aber zu unserem traditionellen Zeitpunkt dort keine Hotelkapazitäten binden und sind nun glücklich, in der Stadt Brandenburg einen sehr attraktiven Ort für unseren Kongress gefunden zu haben. Brandenburg ist eine Stadt, die durch den Wandel der letzten Jahrzehnte ihr Gesicht veränderthat und hoch interessante Einblicke liefert. 

Unser inhaltliches Programm wird wie immer mit einem berufspolitischen Abend gestartet. Nicht nur die Politik hat ihre Agenda (die oft mit dem Bedarf der Patientenversorgung nicht viel zu tun hat). Auch alle anderen gesundheitspolitischen „Stakeholder“ folgen ihren eigenen Interessen – und leider ist auch hier das vielzitierte „Patientenwohl“ häufig nur ein Kollateral-Nutzen.

Dr. Albrecht Kloepfer, gesundheitspolitischer Berater und „Netzwerker“ in Berlin, möchte bei seinen Ausführungen zu den aktuellen Regelungen in der psychotherapeutischen Versorgung diese komplexe „Gemengelage“ aufzeigen und dabei – getreu dem Motto Theodor Fontanes – den Gespenstern um Geld (und Macht) auf die Spur zu kommen versuchen. Eine Horizonterweiterung, auf die wir gespannt sein dürfen. 

Das inhaltliche Programm wird die Beschäftigung mit vielfältigen Aspekten der aktuellen Entwicklungen der Psychotherapieforschung ermöglichen. Die Angebote am Freitag betreffen neben den verschiedenen Workshops,Plenumsvorträge für die Behandlung von Patienten, die in unseren Praxen oft eine Herausforderung darstellen. Mit Professorin Brakemeier haben wir eine Kollegin eingeladen, die hinsichtlich der therapeutischen Technik des CBASP zu den international ausgewiesenen Spezialisten gehört. Die Weisheitstherapie ist in der Klinik in Neufahrland schon eine Weile zu Hause und wird dort weiter „beforscht“, wir dürfen auf neuere Erfahrungen gespannt sein. 

Am Samstag haben wir ein breites thematisches Angebot.Die Vorträge stellen im Grunde einzelne Schwerpunkte dar, die uns als klinische Therapeutinnen und Therapeuten auf jeden Fall interessieren sollten. So werden wir uns mit den Möglichkeiten internetgestützter Therapie beschäftigen, eine Entwicklung, der wir uns nicht verschließen können und wollen, die aber immer wieder zu vielen kontroversen Auseinandersetzungen Anlass gibt. Die Psychosomatik des Herzens wird uns aus „erster Hand“ geliefert. Professor Albert ist als Leiter der psychosomatischen Abteilung des Deutschen Herzzentrums in Berlin profunder Kenner der aktuellen Forschungslage. Der Nachmittag scheint auf den ersten Blick für Kindertherapeuten interessant zu sein, aber diese Themen betreffen auch die langfristigen Auswirkungen kindlicher Erfahrungen, die sich in chronischen psychischen Erkrankungen wiederfinden. Insofern haben wir zwei Beiträge, die vor allem die Schnittstellen von Erwachsenen- und Kindertherapien betreffen. Die Verantwortung, die Erwachsenentherapeuten für Kinder haben, die z.B. in betroffenen Familien psychisch Kranker leben, kann nicht hoch genug gewertet werden. Hier sollten wir unseren Blick weiten, wenn Menschen mit psychischen Erkrankungen behandelt werden. Dies aus der Perspektive der Kinder- und Jugendpsychiatrie zu reflektieren, kann uns nur bereichern.

Der Rahmen der Tage ist reich gefüllt. Auch für mitreisende Partnerinnen und Partner gibt es Anregendes zu entdecken. Wir werden uns nächtlich durch Brandenburg führen lassen, in der Mittagspause den Klängen der berühmten barocken Wagner-Orgel im geschichtsträchtigen Dom lauschen, in den Mauern einer ehemaligen Werft bei feiner handgemachter Musik feiern. Wer einfach die Landschaft genießen möchte, kann sich auf dem Gelände der Bundesgartenschau von 2015 tummeln oder dem ehemaligen Stahlwerk der DDR einen Besuch abstatten – es ist heute ein museales Zeugnis ostdeutscher Aufbaumentalität und durchaus sehenswert.

Und die Tagung selbst findet wie immer in geschichtsträchtigen Räumen statt – im historischen Rolandsaal des alten Rathauses mitten in der Altstadt, die liebevoll saniert wurde und in Teilen vor dem Verfall gerettet werden konnte. 

Wir freuen uns auf die Zeit in Brandenburg mit Ihnen und sind gespannt, was uns bis dahin an aufregenden Neuerungen in den Tagen des Herbstes beschäftigen wird.

Herzliche Grüße, Ihre

Johannes GrünbaumDr. Dietmar SchröderStefanie Freese
Vorsitzender VIVTGeschäftsführer IVT (GmbH)Organisation der Tagung